Eine Schule der besonderen Art

Fachoberschule für Landwirtschaft Auer
Schlossweg 10, I-39040 Auer, Tel. 0471 81 05 38
E-Mail: os-ofl.auer@schule.suedtirol.it
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Performance (Poetry-slam)

Die Flurnamen in Südtirol: Vortrag mit Johannes Ortner

Pitterschol, Matschatsch, Gampen sind nur drei von insgesamt über 173.000 dialektale Benennungen für Wiesen, Wälder, Almen Berge, Felder, Höfe, Steige, Weiler, die von Johannes Ortner durch eine landesweite Erhebungsarbeit in Form von Befragung von Bauern, Hirten, Jägern, Förstern und Chronisten in einem Zeitraum von 15 Jahren zusammengetragen und systematisch nach wissenschaftlichen Kriterien geordnet wurden. Das Ergebnis der Recherche sind zwei DVDs in 3-D-Format mit Begleitbuch, die im Jahre 2016 veröffentlicht wurden.
Flurnamen sind Sprachdenkmäler, die es zu schützen gilt, denn mit dem technischen und gesellschaftlichen Wandel gehen solle Wissensspeicher verloren und müssen in akribischer Kleinstarbeit wieder erhoben werden.

Am 7.02.2019 war der Heimatkundler Gast unserer Schule und hielt zwei Vorträge zum Thema „Flurnamen in der Landwirtschaft“. Zu Beginn gab Ortner einen Einblick in die Recherchearbeit und ging dann schnell auf die Toponyme der Umgebung ein und erklärte im Anschluss daran typische Flurnamen aus dem Bereich Landwirtschaft, wie „peil“ (Felsenge), „Zelge“ (Kornacker), Egarte (Grünbrache ), oder Erschbam“ (Gemeindeweide), ein Begriff, der auf die Dreifelderwirtschaft verweist. Flurnamen spielen häufig auch eine Rolle bei der Vermarktung von Weinen, z.B. Marjon, abgeleitet vom Flurnamen Marjoun bzw. Marjun, einem Waldgebiet an der Grenze zwischen Montan und Truden.
Im Anschluss an den Vortrag beantwortete Ortler die vielen Fragen der interessierten Schüler/innen.

Buch des Monats Februar: Der rote Schwimmingpool

Adams Mutter ist schön und wird von allen bewundert, sein Vater ist lebenshungrig und erfolgreich. Nichts kann sie trennen, denkt Adam, der kein Kind mehr ist und noch kein Mann. Bis es dann doch passiert: Sein Vater verschwindet ohne ein Wort. Seine Mutter sagt ihm nicht, was los ist. Und Adam tut etwas, das er besser gelassen hätte. Leichtfüßig und mit großer Wärme erzählt Natalie Buchholz in ihrem Debütroman von einer Vorzeigefamilie, die sich selbst zerstört. Sie erzählt, wie eine große Liebe zerbricht und eine neue beginnt. Denn während Adam versteht, dass nichts im Leben perfekt ist, kommt der Sommer und mit ihm das Mädchen, das ihn dazu bringt, sich endlich auf seinen eigenen Weg zu machen.
Wie viel Wahrheit verträgt die Liebe?

Ein Debütroman über das Ende einer perfekten Familie und einen Sommer, in dem alles neu beginnt.

 

Autor: Buchholz, Natalie

Verlag: Hanser Berlin, 3. Aufl. (2018)

ISBN 13: 978-3-446-25909-6

Quelle: www.buchnet.com [Zugriff 31.01.2019]

Lesen in Bilder / Ausstellung

Vortrag von Johannes Ortner

Buch des Monats Jänner: Südtiroler hinter Stalins Stacheldraht – Kriegsgefangenschaft in Russland 1943 – 1954

Zu den insgesamt 3,2 Millionen deutschen Kriegsgefangenen in Russland zählten 1900 Südtiroler. Der Weg der Gefangenen, die als Soldaten im Zweiten Weltkrieg gegen die Rote Armee gekämpft hatten, führte in ein Land, das wie kein anderes im Krieg von den deutschen Streitkräften zerstört worden war. Man befürchtete das Schlimmste von einer Gefangenschaft in den Lagern der Sowjetunion. Noch heute bleibt diese Zeit von einer Aura des Geheimnisvollen, des Schrecklichen umgeben. Wenn ich heute die Wahl hätte, mich entweder für das nochmalige Erleben der Gefangenschaft oder für den Freitod zu entscheiden, dann würde ich sagen: Lieber lasse ich mich an die Wand stellen, als die Jahre in russischer Gefangenschaft ein zweites Mal zu durchleben.

Ein Zeitzeuge über das Buch: "Das Buch ist vom dokumentarischen Material her sehr gut recherchiert und vor allem vom Kommentar her überaus ausgewogen und sehr versöhnlich."

 

Autor: Peer, Sabine

Verlag: Books on Demand , Athesia , 3. Aufl. (2018)

ISBN-13: 978-88-6839-380-9

 

Quelle: www.buchnet.com [Zugriff 8.01.2019]

Auf den Spuren Michael Gaismairs Eine Lesung mit Norbert Parschalk und Jochen Gasser am 20. Dezember 2018 in der Schulbibliothek

Andreas Hofer ist zu einem Mythos geworden und Michael Gaismair wurde totgeschwiegen und vergessen. Warum das so ist, erfuhren die Schüler und Schülerinnen bei einer Lesung mit Norbert Parschalk und Jochen Gasser, den Autoren des bekannten Comics oder besser der „illustrierten Geschichte“ zu Michael Gaismair. Gaismair war keineswegs ein Zeitgenosse Andreas Hofers, wie manche fälschlich meinen, sondern er war der Anführer der Bauern im Jahr 1525 die Bauern bei ihrem Aufstand.
Wie es dazu kam und wie man sich die Kindheit Gaismairs vorstellen kann, erklärten die Autoren in zwei aufeinander folgenden Lesungen. Der Historiker Norbert Parschalk und der Zeichner Jochen Gasser, die sich in weiteren Comics auch mit Andreas Hofer und Kaiserin Sissi beschäftigt haben, gaben Einblick in die Entstehung ihres Gaismair-Buches. Um die Person Gaismair besser vorstellen zu können, bot Parschalk einen Einblick in den Lebensalltag der Menschen um 1500 und in die Leben Gaismairs. Gasser hauchte der Figur mit Stift und Papier Leben ein und erzählte, wie er die geschichtlichen Informationen in seinen Illustrationen umsetzte und wie das Zusammenspiel zwischen dem Historiker und dem Zeichner aussah.
Die Lesung war ein kurzweiliger Einblick in das spannende Leben eines politischen Querdenkers, der zu Unrecht über Jahrhunderte vergessenen wurde und der in eine Zeit des Umbruchs geboren wurde, die durchaus vergleichbar ist mit unserer heutigen.

Buch des Monats Dezember: Winterpferde

Es ist ein eisiger Winter 1941 auf Askania-Nowa, wo sich das jüdische Mädchen Kalinka versteckt hält. Hier in dem alten Naturreservat leben auch die seltenen Przewalski-Pferde. Sie scheinen zu spüren, dass Kalinka eine von ihnen ist - denn wie Kalinka sind sie in großer Gefahr vor den Nazis, die Askania-Nowa besetzen.
Mit Hilfe des treuen Tierwärters Max flieht Kalinka mit zwei Pferden und einem Wolfshund Hunderte von Kilometern über die weiße Steppe der Ukraine. Doch können ein Mädchen und drei Tiere der Übermacht der Deutschen entkommen?
Spannend und stimmungsvoll erzählt Philip Kerr von der Flucht im ukrainischen Winter - aber auch davon, wie die Liebe zu den Pferden das erstarrte Herz eines einsamen Mädchens mitten im Krieg zu erwärmen vermag.

Autor: Philip Kerr
Verlag: Rowohlt TB. , 2. Aufl. (2015)
ISBN 978-3-499-21715-9

Stimmen zum Buch:
Nicht von dem romantischen Titel in die Irre führen lassen, warnt Rezensent Ralf Husemann, der hier vielmehr einen sehr bemerkenswerten Roman über die Ukraine zur Zeit der deutschen Besatzung während des Zweiten Weltkriegs gelesen hat. Zwar entdeckt der Kritiker durchaus märchenhafte Passagen vor dem realen Hintergrund, vor allem aber bewundert er das Vermögen des Autors, von den Grausamkeiten so zu erzählen, dass er junge Lesern nicht verzweifeln, sondern hoffen lässt. Und so liest der Rezensent beeindruckt die Geschichte der jungen Kalinka, deren Familie von den Nazis erschossen wurde, die in den Wildpark Askania Nova flieht und dort eine Herde Przewalski-Pferde vor dem Abschlachten durch die Nazis zu retten versucht.
Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension
Quelle: www.buecher.de [Zugriff 6.12.2018]

Buch des Monats November

Die einen rümpfen die Nase, wenn sie ein Glas von ihm vor sich haben, die anderen verehren und lieben ihn als den einzig echten und typischen Südtiroler Trinkgenossen. Die Rede ist vom Vernatsch. Mit ihren verschiedenen Spielarten ist die Vernatschrebe seit jeher die Grundlage der bekanntesten Südtiroler Rotweine: vom Kalterersee über den St. Magdalener bis hin zum Meraner. Der Vernatsch hat über die Jahrhunderte hinweg die Südtiroler Weinkultur und mit seinen traditionellen Pergln vor allem auch die Südtiroler Kulturlandschaft geprägt. Qualität spielt bei Südtirols Weinen heute durchgehend die erste Rolle. Der Vernatsch gerät aber trotzdem immer wieder ins Kreuzfeuer der Kritik. Das Für und Wider geht quer durch die Südtiroler Weinmacherszene. Das Buch geht unter anderem den Fragen nach: Welche Rolle soll der Vernatsch in Zukunft in Südtirols Rebgärten spielen? Wie soll der typische Südtiroler Vernatsch schmecken? Wie soll es mit ihm weitergehen?
Autor: Herbert Taschler
Verlag: Athesia (2018)
ISBN 978-88-6839-365-6

 Ab Ende November ist das Buch entlehnbar!

Leseaktion zum Tag der Bibliotheken

Von Bienen und Menschen – Vortrag und Gespräch mit Ulla Lachauer

Am Donnerstag, den 4. Oktober 2018 war die Dokumentarfilmerin, Journalistin und Buchautorin Ulla Lachauer zu Gast in der Bibliothek der OfL. Sie las aus ihrem neu erschienen Buch "Von Bienen und Menschen" und erzählte Hintergründe über die Recherche zu ihren biographischen Geschichten von Menschen, deren Leben von der Arbeit mit den Bienen und der Liebe zu ihnen geprägt ist. Ihr Buch enthält 14 Ansichten von Imkern zwischen dem Schwarzwald und Kaliningrad.

Am Freitag 5. Oktober las die Autorin vor den Klassen 5ALU und 5BPV. Der Lesung folgte ein interessantes und anregendes Gespräch mit den Schülern.

Weitere Informationen zur Autorin und ihren Büchern und Filmen findet man auf ihrer Homepage unter: http://ulla-lachauer.de

Ein Interview mit der Autorin von Margot Schwienbacher (RAI- Südtirol) finden sie hier:

 

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